Samstag, Dezember 13, 2008

Regenesis

Ich weiß, es ist hier schon lange nichts mehr passiert. Schuld ist mal wieder die altbekannte Kombination aus zu viel Arbeit, zu wenig Zeit und die Tatsache, dass ich schon einfach zu lange hier lebe. Als ich vor drei Jahren in der Schweiz und mit diesem Blog anfing war alles neu, alles anders und darum auch alles irgendwie lustig.

Jetzt gibt es selten etwas Neues, ans anders sein hab ich mich gewöhnt und darum ist vieles auch nicht mehr lustig sondern nur noch normal. Am deutlichsten erlebe ich es, wenn ich mal seltenen Besuch aus der Heimat bekomme. Dann sehe ich erst, wie viele Kleinigkeiten meinen Kumpels auffallen, die für mich mittlerweile zum Alltag zu gehören. Statt also über die Eigenarten der Eidgenossen zu schreiben hab ich mehr und mehr damit angefangen über die Tücken der Doktorarbeit und Forschung zu jammern. Das ist nicht jedermanns Sache und passt nicht wirklich zu einem Blog mit dem Titel "Hopp Schwiz".

Was soll ich also tun? Erstmal werde ich Urlaub machen (der erste seit über einem Jahr!) und mich über Weihnachten und Sylvester in Laos durch die Gegend schlagen. Ich merke richtig wie dirngend ich ein Drittweltland brauche, um mir mal wieder darüber klar zu werden, was wirklich wichtig ist im Leben. Anschließend - nach der langersehnten Curry-Überdosis und dem lange benötigten Kopp-frei-machen - werde ich wohl neu anfangen. Über das wie und wo kann ich noch nichts sagen, oder wie man hier sagen würde: "Luege mer mohl."

Freitag, Oktober 31, 2008

Krank sein...

...nervt tierisch. Im Bett ausruhen geht nicht, weil im Haus nebenan Bauarbeiten sind. Fernsehen geht auch nicht, weil bis 20 Uhr die Idiotenquote erfüllt werden muss und nur Gehirnzellen-verkleisternder Schwachsinn gesendet wird. Gute Bücher hab ich auch nicht da, weil ich nicht damit gerechnet hatte, krank zu werden.

Statt dessen sitze ich also vor dem Schläpptop, spiele Go und suche parallel dazu nach guter Musik (ich hab zwar die neue AC/DC, aber bei der kann ich vor lauter Headbangen nicht richtig denken hähä). Irgendwie bin ich sowieso gerade in Chillout-Stimmung (muss das ganze Neocitran sein, von dem ich mich hier ernähre) darum also zwei funky, groovy Tracks dazu:


Als die Sesamstraße noch Stil hatte: Stevie Wonder - Superstition


Bill Withers – Lovely Day

Dienstag, Oktober 28, 2008

Zahl der Woche

4,5

Anzahl der Tage die ich dieses Jahr draußen in der Sonne verbracht habe...

Donnerstag, Oktober 23, 2008

Was mich durch den Tag bringt

Leider bin ich nicht wirklich in der Lage, den Wahnsinn des Doktoranden-Alltags deutlich rüberzubringen. Zum einen fehlt mir dazu die Zeit, zum anderen ist meine Schreibe leider nur Durchschnitt. Darum empfehle ich euch die PhD-Comics des congenialen Jorge Cham, seinerseits selbst ehemaliger Doktorand und überraschenderweise immer noch an der Uni tätig.


Aus Copyright-Gründen kann ich zwar keine Bilder direkt reinsetzen aber wer Lust hat sollte sich mal folgende Perlen anschauen:


Manchmal sitzen wir in Gruppen vor dem PC, klicken uns durch die Comics und lachen uns scheckig. Manchmal weinen wir dabei. Wahrheit tut eben weh.

Gehaltvoll

Dass man in der Schweiz ein wenig besser Verdient als in Deutschland dürfte sich ja mittlerweile rumgesprochen haben. Das gilt auch für Doktoranden. In Deutschland würde ich mich einem mickrigen BATII/2 Gehalt rumkrebsen, was in etwa 1000 Euro wären. Hier ist es DEUTLICH mehr und trotzdem haben die meisten Doktoranden hier das Gefühl, unterbezahlt zu sein.

Dank hoher Lebenskosten bleibt Ende des Monats nämlich nicht viel von dem deutlich höheren Gehalt übrig. Und das Gefühl mehr zu verdienen ist auch ziemlich subjektiv. Denn bis vor kurzem lebten wir Doktoranden offiziell unter dem Existenzminimum. Yeah! Daher zahlten wir weniger Steuern und erhielten kleine Zuwendungen bei den Krankenkassen-Gebühren. Sprich: Der Staat/Kanton verdiente nicht viel an uns.

Anfang des Jahre bekamen wir dann die frohe Nachricht: Gehaltserhöhung! Doktoranden würden fortan mehr Gehalt bekommen. Auf allen Gängen tanzten die Laborratten und zur Feier des Tages wurde abends die Flasche mit dem guten Aldiwein aufgemacht. Woran damals die wenigstens dachten: Dank der Gehaltserhöhung leben wir nun nicht mehr unter dem Existenzminimum. Was zu Folge hat, dass wir mehr Krankenkassen-Gebühren und auch mehr Steuern zahlen. Unterm Strich bleibt somit weniger übrig als vorher. Aber egal – wir machen es schließlich aus Liebe zur Forschung.

Dienstag, Oktober 14, 2008

Morcheebaa

Vor einer Weile war ich mal wieder auf einem Konzert. Morcheeba war in der Stadt – das letzte Konzert ihrer Tournee. Beim Reingehen habe ich mal wieder gemerkt, wie winzig Basel doch ist. So etwa das halbe Institut war da, um sich die Band anzuschauen.

Besonders hoch waren meine Erwartungen nicht. Denn seitdem Skye die Band verlassen hat, klingen die Morcheeba-Tracks nur noch halb so gut. Ihre Stimme war/ist schon ziemlich genial. Eine positive Überraschung – optisch und akkustisch - war dafür die kleine Französin Manda, die an diesem Abend die Band begleitete. Was soll ich sagen: Die Band hat gerockt! Und ich werde nie wieder glauben, dass Trip-Hop nur zum abhängen gespielt werden kann.

Konzerttechnisch freue ich mich besonders auf Dezember. Dann wird Airbourne in Zürich auftreten, hoffentlich bekomm ich da Tickets! *freu*

Montag, Oktober 13, 2008

OMG!!!!!

ISCH KANN NET MÄHHHH!!!! WIE GEIL IST DAS BITTE?!!!

Mittwoch, September 10, 2008

Labor-Legenden

Jeder Doktorand hat seine eigene Art, mit Stress umzugehen. Viele rauchen wie Schlote, noch mehr lassen sich jeden Abend volllaufen. Andere wiederum praktizieren beides gleichzeitig und exzessiv. Harte Drogen sind weniger verbreitet, wahrscheinlich aber nur, weil es sich kein Doktorand wirklich leisten kann.

Ein paar (ehemalige) Doktoranden hier aus dem Institut stachen mit ihren Macken jedoch besonders hervor. Nachts, wenn die Klimaanlagen so aufgedreht sind, dass wir uns zitternd um das schwache Feuer der Bunsenbrenner scharen, dann werden ihre Geschichten erzählt. Wir, die noch die Ehre hatten mit diesen Titanen der Forscherwelt im selben Seminar einzuschlafen, geben deren Geschichten an die jüngere Generationen weiter, als Mahnung und aber auch als Ermutigung. Denn wie steht es an der Klowand im vierten Stock geschrieben: „Sie meinten: Lache und sei fröhlich, denn es hätte schlimmer kommen können. Und ich lachte und war fröhlich. Und es kam schlimmer.“

Eine Geschichte handelt von einem Doktoranden aus dem Nachbarlabor: Ab und zu stand dieser im Gang, schlug seinen Kopf stakkatoartig an die Wand und beschimpfte sich minutenlang selbst – manchmal weinte er auch nur vor sich hin. Eine andere Doktorandin war immer so fertig, dass sie sich regelmäßig die Unterarme blutig kratzte. Später brach sie ab und ging auf die Alm um Sennerin zu werden. Das letzte was ich von ihr hörte war, dass sie es dort auch nicht ausgehalten hat und jetzt wieder in Basel wohnt.

Ungeschlagen ist jedoch diese Story: Angeblich nahm ein Doktorand mal Urlaub und kam einfach nie mehr wieder.